Finanzanalysten: Tesla wird Verkaufsziele nicht erreichen - VW gründet Tochtergesellschaft in der Türkei - US-Autoriesen GM und Ford melden durchwachsenen Absatz

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Finanzanalysten: Tesla wird Verkaufsziele nicht erreichen

Der kalifornische E-Autobauer Tesla läuft derzeit zu Höchstform auf. Von April bis Juni wurden mehr als 95.000 Fahrzeuge ausgeliefert - so viele wie noch nie. Auch die Produktion erreichte mit gut 87.000 Fahrzeugen eine Bestmarke. Dennoch brach der Aktienkurs am Mittwochabend nachbörslich um rund elf Prozent ein. Der Grund ist, dass niemand so recht an Elon Musks Worte glaubt, dass sein Unternehmen bis Jahresende aufs Gesamtjahr gesehen 360.000 bis 400.000 ausgeliefert haben will. Die Aktien verloren seit Jahresbeginn gut ein Fünftel an Wert. Tesla meldete für das abgelaufene Vierteljahr einen bereinigten Verlust je Aktie von 1,12 Dollar. Börsianer hatten nur ein Minus von 0,36 Dollar erwartet. Zwar steigerte Tesla den Umsatz um 58,7 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf 6,35 Milliarden Dollar. Die Analysten waren allerdings auch hier optimistischer und von 6,41 Milliarden Dollar ausgegangen. Bis Jahresende sollen wöchentlich 10.000 Fahrzeuge aller Modelle hergestellt werden. Ob das Unternehmen 2019 noch in die Gewinnzone kommt, ist fraglich. Um Kosten zu reduzieren, hat Tesla Mitarbeiter entlassen und Niederlassungen geschlossen. Auch die Autopreise wurden angepasst und in den vergangenen Monaten einige Modellvarianten aufgegeben.

VW gründet Tochtergesellschaft in der Türkei

Aktuell bringt der VW-Konzern einen Vertrag unter Dach und Fach, bei dem es um die Errichtung einer Autoproduktionsstätte in der westtürkischen Provinz Manisa geht. Das Handelsregister "Gazette" veröffentlichte am Mittwoch, dass es bereits im Vorfeld zu der Gründung eines Tochterunternehmens durch Volkswagen gekommen ist. Dazu pumpt der Autokonzern 943.5 Millionen Lira (151,14 Millionen Euro) in seine neue Einheit, ein Viertel sei nach Angaben von Gazette bereits bezahlt worden. Der Rest wird innerhalb der nächsten zwei Jahre beglichen. Das Tochterunternehmen soll den Schwerpunkt auf Design, Produktion und Montage von Automobilen, Lkw und anderen Fahrzeugen setzen, sagte ein Sprecher von Gazette gegenüber "Reuters". 

US-Autoriesen GM und Ford melden durchwachsenen Absatz

Die drei größten US-Autobauer General Motors (GM), Ford und Fiat Chrysler haben durchwachsene Absatzzahlen für das dritte Quartal in den Vereinigten Staaten vorgelegt. Marktführer GM meldete am Mittwoch zwar einen Anstieg der Verkaufszahlen um 6,3 Prozent im Jahresvergleich auf 738.638 ausgelieferte Neuwagen. Damit verfehlte der Branchenriese jedoch klar die Erwartungen. Die Aktie geriet deutlich unter Druck. Der zweitgrößte US-Hersteller Ford musste einen Absatzrückgang um 4,9 Prozent auf 580.251 Fahrzeuge verkraften. Bei Fiat Chrysler blieben die Verkäufe fast unverändert, der Konzern wurde mit 565.034 Neuwagen kaum mehr als im Vorjahreszeitraum bei der US-Kundschaft los. Am Vortag hatten bereits etliche andere Hersteller schwache Zahlen für den September vorgelegt, der zwei Verkaufstage weniger hatte als im Vorjahr. Bei Volkswagen, Audi, Toyota, Honda und Nissan gab es zweistellige Rückgänge. Zu den Gewinnern zählten indes die deutschen Premium-Anbieter BMW und Daimler mit seiner Marke Mercedes-Benz. Der zum VW-Konzern gehörende Sportwagenbauer Porsche konnte immerhin einen leichten Zuwachs verbuchen. Auf dem US-Markt sind vor allem kleinere Pkw schon länger wenig gefragt, während schwergewichtigere Stadtgeländewagen und Pick-up-Trucks weiter hoch im Kurs stehen.