Automobilproduktion

Fans des VW Beetle müssen nun ganz stark sein

Denn mit dem heutigen Tag wurde die Produktion des Kult-Flitzers offiziell eingestellt. In seine Elektrifizierungspläne will Volkswagen den VW Beetle nicht einbeziehen.

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Volkswagen trennt sich auf dem Weg in die Elektromobilität von seinem Beetle. 

Im Zuge der Elektromobilitätsoffensive hat der VW Beetle offenbar keinen Platz mehr. Mit dem heutigen wurde die Produktion des kultigen Mobils eingestellt, womit ein mehr als 80 Jahre langes Kapitel des Automobilbaus zu Ende geht. Zum letzten Produktionstag gibt es im VW-Werk im mexikanischen Bundesstaat Puebla eine emotionsgeladene Zeremonie. Bereits im März hatte das Management die Einstellung angekündigt. „Der Verlust des Beetle wird nach drei Generationen und fast sieben Jahrzehnten bei vielen Beetle-Fans starke Emotionen hervorrufen“, hatte der Chef von Volkswagen America, Hinrich Woebcken, gesagt. 

Mit dem Absatz des Beetle lief es seit geraumer Zeit nicht mehr so gut - die Verkaufszahlen waren rückläufig. Den Kampf gegen den übermächtigen SUV-Markt hat er zwar verloren, trotzdem hatte Woebcken nicht völlig ausgeschlossen, dass der Beetle irgendwann doch wieder gebaut werden könnte. Aktuell gebe es allerdings noch keine Pläne für eine Neuauflage. Die Produktion des Originalkäfers wurde bereits 2003 in Puebla eingestellt. Schon damals gab es aber die neue Generation des Beetle. 2011 folgte dann eine zweite Beetle-Generation, die jetzt ihr Ende findet.

© Weka/kt

Der "New Beetle" war auch als Cabrio ein beliebter Reisebegleiter. 

Der New Beetle kam Ende der 1990er auf den Markt und wurde in den USA schnell zum Verkaufsschlager. Für viele Amerikaner erlangte er Kultstatus. Im Jahr 1999 wurden auf dem damals weltgrößten Automarkt mehr als 80.000 Stück verkauft. In der Hippie-Ära wurde das Auto als "bezaubernd uncool" beworben. Dazu trug auch die serienmäßig am Armaturenbrett angebrachte Blumenvase bei, mit der VW auf die Flower-Power-Generation anspielte.

Weltweit wurden von dem Modell fast 1,2 Millionen Stück verkauft. Vom Nachfolger, der nur noch „Beetle“ hieß und 2011 auf den Markt kam, rollten bis 2018 530.000 Stück zu den Kunden. Nach dem Serienanlauf wurde der Käfer nach dem Zweiten Weltkrieg zum Symbol für das deutsche Wirtschaftswunder.

Seine Produktionsreife erreichte das im Auftrag von Adolf Hitler von Ferdinand Porsche entwickelte Modell schon 1938, konnte wegen des Krieges aber nicht gebaut werden. Nach dem Krieg stand der Käfer für den erreichten Wohlstand und beflügelte gleichzeitig die Reiselust der Deutschen in der Nachkriegszeit. Beliebt war das Auto vor allem wegen seiner robusten Bauweise und seiner Zuverlässigkeit. Im Werk Puebla wurde der letzte Beetle mit einem Blumengesteck in den mexikanischen Farben auf die Reise nach Wolfsburg geschickt, wo er im Automuseum von Volkswagen ausgestellt wird. Wie sein bekannter Vorgänger hat nun auch der "New Beetle das Potenzial zum Mythos zu werden. 

https://www.youtube.com/watch?v=GVLFQ1aVeIw

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