Fahrverbote könnten bald auch Euro-6-Diesel treffen - Pkw-Neuzulassungen in EU zurückgegangen - Porsche unterstützt Forschungsprojekt „FastCharge“

Das Wichtigste des Tages in Kürze zusammengefasst.

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Fahrverbote könnten bald auch Euro-6-Diesel treffen

Dieselmotoren, die der aktuellen Abgasnorm Euro 6 entsprechen sind mit einem Abgasrückführungssystem ausgestattet, das dazu beitragen soll Stickoxide und den Ausstoß von CO2-Emissionen zu verringern. Das Gericht der Europäischen Union könnte nun aber auch diese verbieten. Laut Medienberichten hat das Gericht der EU offenbar das Tor für Fahrverbote gegen Dieselautos der neuesten Generation geöffnet. Es erklärte am Donnerstag eine Verordnung der EU-Kommission zu höheren Abgaswerten für Diesel der Euro-6-Abgasnorm für teilweise nichtig. Paris, Brüssel und Madrid dürfen damit die dort festgelegten Grenzwerte für Stickoxid anfechten und im Zweifel Dieselautos aussperren. Hintergrund des Streits ist, dass die EU-Kommission bei der Einführung des neuen Abgastests RDE, der die Emissionen auf der Straße statt im Labor misst, die Grenzwerte nachträglich erhöht hatte. Statt den im Euro-6-Regelwerk vorgeschriebenen 80 Milligramm Stickstoffdioxid je Kilometer dürfen die Dieselautos für eine Übergangszeit 168 Milligramm und danach 120 Milligramm ausstoßen. Der deutsche ÖAMTC-Schwesterclub ADAC sieht in dem Urteil indes keine unmittelbaren Folgen für deutsche Autobesitzer. Mit dem Gerichtsurteil werde zunächst nur das Gesetzgebungsverfahren beanstandet, erklärte ein Sprecher.

Pkw-Neuzulassungen in EU zurückgegangen

Der europäische Automarkt verliert weiter an Fahrt. Im November sank die Nachfrage in der Europäischen Union den dritten Monat in Folge. Der Branchenverband ACEA machte wie in den Monaten zuvor die neuen EU-Abgasregeln für den Rückgang verantwortlich. Die Zahl der Zulassungen in den EU-Ländern sank im November um acht Prozent auf rund 1,12 Millionen, wie ACEA heute mitteilte. Innerhalb der EU ging in Österreich die Nachfrage mit 20,1 Prozent nach Schweden mit 20,5 Prozent am stärksten zurück. Von Jänner bis November betrug das österreichische Minus 1,8 Prozent. Bei den großen Herstellern erzielten nur Daimler mit 3,3 Prozent und Toyota mit 3,8 Prozent im November Zuwächse. Die übrigen deutschen Hersteller verbuchten Rückgänge. So sanken die Neuzulassungen bei der Volkswagen-Gruppe um knapp elf Prozent und bei BMW um 2,8 Prozent. Die zum PSA-Konzern gehörende Marke Opel verzeichnete zusammen mit Vauxhall ein Minus von 7,7 Prozent, der gesamte PSA-Konzern einen Rückgang von 5,8 Prozent. Auch Renault, Fiat Chrysler und Ford mussten bei den Neuzulassungen Abstriche machen. Zweistellige Zuwächse erzielte hingegen die Marke Volvo.

Porsche unterstützt Forschungsprojekt „FastCharge“

Das Forschungsprojekt "Fastcharge" sieht die Entwicklung des Ladens von E-Autos optimistisch, denn der Vorgang könnte bald fast so schnell erfolgen wie heute das Betanken mit Kraftstoff. So das Zwischenergebnis des Forschungsprojektes, an dem auch Porsche beteiligt ist. Am Mittwoch wurde in Jettingen-Scheppach, in der Nähe der A8 zwischen Ulm und Augsburg, der Prototyp einer Ladestation mit einer Leistung von bis zu 450 kW vorgestellt. Ein Porsche-Forschungsfahrzeug mit einer Netto-Batteriekapazität von zirka 90 kWh erreichte hier eine Ladeleistung von über 400 kW und ermöglichte damit Ladezeiten von unter drei Minuten für die ersten 100 Kilometer Reichweite. Die neue Ladestation ist für Elektro-Modelle aller Marken mit der in Europa üblichen Typ-2-Variante des weltweit verbreiteten Combined Charging System (CCS) geeignet und kann ab sofort kostenlos genutzt werden.