Morning Briefing - 09.01.2018

Ex-Nissan-Chef Ghosn weist vor Gericht Vorwürfe zurück - Die BMW-Gruppe erzielte Verkaufsrekord im Vorjahr - Borgward wurde an China-Startup Ucar verkauft 

Das Wichtigste des Tages in Kürze zusammengefasst.

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Ex-Nissan-Chef Ghosn weist vor Gericht Vorwürfe zurück

Der seit Wochen in Japan in Untersuchungshaft sitzende frühere Verwaltungsratschef des Renault-Partners Nissan, Carlos Ghosn, hat bei seinem ersten Auftritt vor Gericht seine Unschuld beteuert. „Euer Ehren, ich bin unschuldig“, sagte der 64-jährige prominente Automanager heute zu dem Vorsitzenden Richter. Er war am 19. November wegen Verdachts auf Verstoß gegen Börsenauflagen festgenommen worden. Er habe „immer ehrenhaft und legal“ gehandelt, las Ghosn aus einer schriftlichen Stellungnahme. Er hatte bei Gericht eine Forderung eingereicht, die Gründe für seine Untersuchungshaft zu hören. Einen Termin für einen Prozess gegen den Automanager gibt es noch nicht. Der Richter rechtfertigte die Untersuchungshaft: Es bestehe Fluchtgefahr. Zudem müsse verhindert werden, dass der Beschuldigte Beweise verfälsche. 

Die BMW-Gruppe erzielte Verkaufsrekord im Vorjahr

Der deutsche Autobauer gab am Dienstag bekannt, im vergangenen Jahr 2,49 Millionen Fahrzeuge der Marken BMW, Mini and Rolls-Royce verkauft zu haben. Damit konnte der Absatz eigenen Angaben zufolge leicht gesteigert werden. Das war im Vergleich zu 2017 ein Plus von 1,1 Prozent. Beim Verkauf von Premiumautos der jeweiligen Stammmarken war BMW bereits 2016 hinter den Daimler-Rivalen Mercedes-Benz zurückgefallen. Daimler hat bisher noch keine Angaben zu den jährlichen Verkaufszahlen gemacht, also bleibt es weiterhin unklar, ob BMW seinen Rivalen im Vorjahr überholt hat oder nicht. Im Jahr 2017 konnte die BMW-Gruppe jedenfalls mehr Verkäufe verbuchen. Weiter abgeschlagen liegt die VW-Tochter Audi. 

Borgward wurde an China-Startup Ucar verkauft 

Die Automarke Borgward hat einen neuen Besitzer. Die 67 Prozent der Anteile des bisherigen Eigners Foton wird das chinesische Start-up Ucar für 508 Millionen Euro übernehmen. Das chinesische Startup entscheidet nun auch über die Rückkehr der Automarke nach Bremen. Eigentlich sollte in der Hansestadt bekanntlich in diesem Jahr die Produktion des rein elektrischen BXi7 starten. Doch immer wieder gerieten die Pläne ins Stocken. Bereits Ende 2017 suchte der chinesische Eigner Foton nach neuen Investoren und erste Spekulationen über einen Komplettverkauf machten die Runde. Im September stellte Foton dann erstmals öffentlich auch die Rückkehr der Automarke nach Bremen infrage. Als Gründe dafür nannte ein Unternehmenssprecher den Handelsstreit zwischen China, den USA und Europa sowie auch Personalveränderungen in den Führungsetagen von Investor und Autobauer. Zudem sei die Suche nach einem zusätzlichen Investor nicht erfolgreich gelaufen. Doch jetzt hat sich mit dem chinesischen Startup Ucar laut dem „Weser-Kurier“ offenbar ein neuer Besitzer finden lassen können. Dahinter verbirgt sich ein aufstrebendes Unternehmen am chinesischen Mobilitätsmarkt. Ucar bietet unter anderem Fahrdienste an. Allerdings handelt es sich dabei eher um einen Service für Besserverdienende. Was genau das Startup mit Borgward plant, ist bislang nicht bekannt.