Morning Briefing - 03.07.2019

EU-Kommission: Tiroler Blockabfertigungen sind Einschränkung des Warenverkehrs - Deutscher Automobilverband rechnet mit Gegenwind in wichtigen Absatzmärkten - VW will in China die Führungsrolle beim Thema Elektromobilität übernehmen

Das Wichtigste in Kürze zusammengefasst.

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EU-Kommission: Blockabfertigungen sind Einschränkung des Warenverkehrs 

Mehreren Medienberichten zufolge "missbilligt" die EU-Kommission die umstrittenen Blockabfertigungen für Lastwagen an der Grenze nach Österreich. "Wir haben die Behörden in Österreich darüber informiert, dass wir die häufige Anwendung der Maßnahme missbilligen", heißt es in einem Schreiben von EU-Kommissarin Violeta Bulc an die deutsche und die italienische Regierung. Durch die häufige und systematische Anwendung der Maßnahme werde der freie Warenverkehr sowie der freie Dienstleistungsverkehr eingeschränkt. Italien und Deutschland hatten sich zuvor in einem gemeinsamen Schreiben an Bulc über die Blockabfertigung auf dem Brennerkorridor beschwert. Die Tiroler-Maßnahmen dürfen nach Ansicht der EU-Kommission nur in schwerwiegenden und außergewöhnlichen Notfallsituationen ergriffen werden, um einen Stillstand auf der Autobahn in Tirol abzuwenden. Käme es hingegen zu einer regelmäßigen Anwendung, wenn die Behörden in Tirol ein höheres Verkehrsvolumen als üblich erwarten, so handelte es sich um ein unverhältnismäßiges Vorgehen", schreibt Bulc weiter. Bevor jedoch der Gang zum Europäischen Gerichtshof getan werde, müsse die Kommission sämtliche Akteure an den Verhandlungstisch bringen, um alle Varianten gemeinsam zu diskutieren, sagte Bundesminister Andreas Reichhardt. Dafür brauche es allerdings die „Unterstützung der Kommission und den Willen der Nachbarländer“.

Deutscher Automobilverband rechnet mit Gegenwind in wichtigen Absatzmärkten 

Mit keiner guten Entwicklung des automobilen Geschäfts rechnet der VDA in nächster Zeit. Das Neugeschäft auf dem Heimatmarkt werde sich auf 3,4 Millionen Fahrzeuge summieren, ein Prozent weniger als im Jahr zuvor, sagte der Präsident des Branchenverbandes VDA, Bernhard Mattes, am Dienstag in Berlin. In Europa sei ein vergleichbares Minus zu erwarten, in den USA zwei Prozent und in China sogar vier Prozent. Der Pkw-Absatz auf dem Weltmarkt dürfte sich auf knapp 83 Millionen Stück belaufen, ein Minus von zwei Prozent. Als Bremsfaktor nannte Mattes unter anderem den Zollstreit: “Handelskonflikte richten massiven Schaden an.”  Freihandelsabkommen der EU wie zuletzt mit mehreren südamerikanischen Staaten wie Brasilien und Argentinien seien ein hoffnungsvolles Zeichen und die richtige Antwort. Um die Klimaschutzziele der EU bis 2030 zu erreichen müssten in Deutschland sieben bis 10,5 Millionen E-Autos auf die Straße gebracht werden, so Mattes. Die Unternehmen investierten dafür zweistellige Milliardenbeträge. Mehr Ladestationen seien aber entscheidend. “Heute haben wir 17.400 öffentliche Ladepunkte. Notwendig sind bis zum Jahr 2030 eine Million.” Hinzu müssten 100.000 Schnellladestationen und mehrere Millionen private Möglichkeiten kommen. Positiv sei, dass dafür staatliche Mittel von einer Milliarde Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt werden sollen.

VW will in China die Führungsrolle beim Thema Elektromobilität übernehmen

Volkswagen will in China die Führungsrolle beim Thema Elektromobilität übernehmen. Das bekräftigte der Vorstandsvorsitzende des Volkswagen Konzerns, Herbert Diess, beim ersten World New Energy Vehicle Congress in der südchinesischen Stadt Boao. Auf dem chinesischen Markt soll der E-Auto-Anteil bis 2035 um 50 Prozent der jährlichen Auslieferungen gesteigert werden. Das entspricht dem im Abschlussbericht des Kongresses für 2035 auf dem Weltmarkt prognostizierten E-Auto-Anteil. Damit bekommt China entscheidende Bedeutung für die "Dekarbonisierungsstrategie" des Volkswagen Konzerns. Bereits in diesem Jahr will Volkswagen chinesischen Kunden 14 elektrifizierte Modelle anbieten. Bis 2028 sollen mehr als die Hälfte der vom Konzern geplanten 22 Millionen E-Autos in China produziert werden. Gleichzeitig stärkt Volkswagen die Entwicklungsarbeit. Mehr als 4.500 Ingenieure arbeiten im Land an Zukunftstechnologien. Bereits heute boomt Elektromobilität in China. Im vergangenen Jahr wurden mehr als eine Millionen Plug-in-Hybride und rein batteriebetriebene Fahrzeuge verkauft. Damit ist China der weltweit größte Markt für E-Autos.