Im Fahrtest: Fiat Tipo Cross

Entspannter Stadttiger

Dem Fiat Tipo Cross fehlen eigentlich nur die schwarzen Streifen, um als wahrer Tiger durchzugehen. Die braucht der orangefarbene Crossover auch gar nicht, um komfortabel durch den urbanen Raum zu tigern. Die Italiener kennen sich mit Fahrzeugen und Design aus: Das beweisen sie auch bei der "offroadigen" Version des Fiat Tipo.

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Für unseren Fahrtest wurde der Fiat Tipo Cross extra aus Italien nach Wien gefahren. Ein bisschen Dolce Vita auf Österreichs Straßen sozusagen. Bei schönem, aber windigem Wetter gönnten wir uns mit dem stylischen Crossover erst einmal eine kleine Fahrt durch den Wienerwald, um den Neuling auf Touren zu bringen.

Karosserie/Innenraum 

Zunächst haben wir uns den Besucher aus Italien erst einmal näher angesehen. Der erste Eindruck zählt bekanntlich – und dieser fällt bei schon mal sehr positiv aus. Die Motorhaube zieht sich flach nach unten, spitzt die Scheinwerfer zu und soll dem Tipo Cross mehr Sportlichkeit verleihen. In der Mitte des Kühlergrills prangt gut sichtbar das Fiat-Logo. Beim Heck wurde das Design mit Kanten und Wölbungen fortgesetzt. Welche optischen Ambitionen Fiat mit dem Fünftürer verfolgt sind insgesamt gut erkennbar. Wie sieht es beim Interieur aus?

© Lukas Klamert

Der Tipo Cross ist einer vom rationalen Schlag – und so ist auch die Zielgruppe, die das Fahrzeug ansprechen soll. Außen schön designed, gibt sich der Tipo Cross im Inneren etwas zurückhaltender, als wir es von anderen frechen Italienern gewohnt sind. Das macht nichts, denn es ist alles vorhanden, was ein vernünftiges Fahrzeug dieser Preisklasse bieten sollte. Mit Blick auf den 7-Zoll-großen Monitor und die gebotenen Fahrerassistenzsysteme (Spurhalteassistent, Rückfahrkamera etc.) wird dies besonders deutlich. Was brauchen Vernunftskäufer noch? Richtig: LED-Leuchten und ergonomische Sitze. Der Tipo Cross bietet beides. 

Motor/Getriebe

Beim Losfahren fällt auf: Gerade im unteren Drehzahlbereich hängt der turbogeladene 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner der Firefly-Serie mit seinen 74 kW (100 PS) erstaunlich gut am Gas: Und der Motor klingt überraschend kernig beim Betätigen des Gaspedals, ohne dass ihm klanglich die Puste nach oben ausgeht. Der Italiener ist im Stadtverkehr trotz manueller Handschaltung entspannt zu fahren. Fiat hat auch an den Leistungswerten seines Downsizing-Motors geschraubt: Bei lediglich 1.500 Touren erreicht unser Testfahrzeug ein maximales Drehmoment von 190 Nm. Mit einem kraftvollen Zugpferd darf man nicht rechnen. Beim Ampelstart zieht der Tipo Cross Benziner eher gemütlich davon. Weiter zum Stauraum.

© Lukas Klamert

Fahrwerk/Bremsen

Im Gegensatz zum stilvollen kleinen Aushängeschild der Marke Fiat, dem Fiat 500, haben wir es beim Tipo Cross mit einem wahren Riesen zu tun (Breite: 1,8 m, Länge: 4,4 m, Höhe 1,5 m). Ob seines geradezu putzigen Namens, bietet der Tipo ein Kofferraumvolumen von 440 Litern. Der ausgiebige Wochenendeinkauf oder die Familie mitsamt Gepäck an den Urlaubsort zu bringen, lässt sich gut bewerkstelligen. Das Fahrwerk ist auf Komfort getrimmt. Die Lenkung spricht leicht und direkt an und hat im urbanen Verkehrsgeschehen Vorteile, gerade wenn es um schnelles Wenden oder komfortables Einparken geht.

Fazit

Wer es vorzieht, entspannt durch den urbanen Verkehrsalltag zu „tigern“, ist beim Fiat Tipo Cross an der richtigen Adresse. Wer viele Bergstraßen fahren muss oder oft auf der Autobahn unterwegs ist, sollte mehr PS ins Auge fassen. Fürs Flachland ist der Tipo Cross ein potenzieller Kauftipp – und sympathisch ist der Italiener obendrein. (lk)