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Ein Hybrid-Urgestein sagt Lebewohl

In Deutschland verabschiedet sich der Toyota Prius Medienberichten zufolge vom Markt. Die Konkurrenz ist einfach zu stark für den wichtigen Hybrid-Wegbereiter geworden.

Wird von Hybridautos gesprochen, fällt in diesem Zusammenhang meist auch der Name „Prius“. Das kommt nicht von ungefähr: Der Toyota Prius zählt zu den Urgesteinen und Wegbereitern unter den Hybridfahrzeugen. Millionenfach hat sich das aus Japan stammende Auto verkauft, kann sich schlussendlich, wie deutsche Medien berichten, aber keine Fortsetzung sichern.

Seit geraumer Zeit ist die Konkurrenz erstarkt und schickt ebenfalls lukrative Angebote ins Rennen um die höchsten Absatzzahlen. Die einst aus Japan herübergeschwappte Hybridtechnologie, eine Mischung zwischen Verbrennungsaggregat und Elektroantrieb, ist auch durch andere Autohersteller entschlüsselt worden - im Gegenteil: Nach Angaben einer japanischen Tageszeitung plant Toyota sogar wichtige Patente rund um seine Technik des Hybridantriebs kostenlos zur Nutzung freizugeben. 

Die "Hybridisierung" hat auch auf weitere, wesentlich verkaufsstärkere Toyota-Modelle übergegriffen und verwies das Urgestein Prius in Deutschland auf die hinteren Verkaufsränge. Ein triftiger Grund für die Japaner, das Fahrzeug offenbar vom deutschen Markt zu nehmen. Wie es in Österreich aussieht, wird sich noch weisen, aktuell ist es noch zu haben. Doch die SUV-Modelle RAV4 und C-HR sind auch hier gefragte Hybridvarianten und könnten den Prius mittelfristig vom österreichischen Markt fegen. Leicht dürfte es der Prius trotz seiner ausgetüftelten Technik vom Start weg nicht gehabt haben. Seit 2000 wurde das sogenannte PHEV aus dem fernen Osten nach Deutschland importiert und sorgte aufgrund seines gewöhnungsbedürftigen, teils plastikhaften Designs nicht nur für Zustimmung. 

Ebenfalls waren gerade die ersten Generationen keinesfalls frei von Kinderkrankheiten, die den Fahrspaß deutlich vermiesen konnten. Erst wer die Zeit zurückdreht, würde auch feststellen, wie heftig die Reaktionen um die Hybridtechnologie zum Teil damals ausgefallen sind. Durch eine chauvinistische Voreingenommenheit gegen den Hybridantrieb hatte der Japaner von Anfang an kein leichtes Standbein. Heute sieht die Diskussion um den Hybrid etwas anders aus. Zunächst als reine "Übergangslösung" abgetan, konnten die Verkaufszahlen bei diesem Fahrzeugtypen über die Jahre jedoch zulegen - in Deutschland wie in Österreich.

Ein Beweis, dass uns die Technologie noch lange begleiten wird und das Feld für reine E-Autos keinesfalls kampflos geräumt wird. Gerade Taxibetreiber haben schnell auf den Prius gesetzt, mit dem es sich leise und durchaus sparsam durch den städtischen Straßendschungel manövrieren lässt. Mittlerweile scheint der rein elektrische Hyundai Ioniq ihm den Rang abzulaufen, zumindest im Straßenbild Wiens. So setzt zum Beispiel Uber-Gegner Bolt auf dieses E-Fahrzeug. Ist das Schicksal für den Toyota Prius hierzulande auch besiegelt? Wir werden sehen.