Morning Briefing - 23.04.2019

E-Mobilität: Münchener ifo-Studie sorgt für Zündstoff - Nissan weist Bericht über kräftige Produktionskürzung zurück - Absatzstarker Monat: Tesla Model 3 eines der meistverkauften Autos in Österreich

Das Wichtigste des Tages in Kürze zusammengefasst.

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E-Mobilität: Münchener ifo-Studie sorgt für Zündstoff 

Die einen halten eine aktuelle Studie des Münchener ifo-Instituts für reine Meinungsmache, die anderen sehen sich wieder darin bestätigt, dass Elektroautos gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor keinen Vorteil bringen. Im ungünstigen Fall sollen die Stromer für das Klima sogar um bis zu 28 Prozent belastender sein. Davon geht zumindest ein Papier rund um den Ökonomen Hans-Werner Sinn aus. Verglichen wurden die CO2-Emissionen bei Betrieb und Produktion eines Tesla Model 3 mit denen eines ähnlich großen Mercedes C 220d mit Dieselmotor, das sogar weniger Emissionen Klimagas ausstoßen soll. Die Forscher  kommen inklusive der Emissionen von Raffinerie und Transport auf einen Wert von 141 Gramm pro Kilometer. Der Elektro-Tesla hingegen stößt der Rechnung zufolge mit 156 bis 181 Gramm deutlich mehr CO2 pro Kilometer aus; berücksichtigt wurde neben den Emissionen bei der Herstellung des 75 kWh großen Akkus auch der CO2-Ausstoß bei der Gewinnung des Fahrstroms. Befürworter der Antriebstechnik dürfte das kaum überzeugen. So ließe sich etwa die Frage stellen, ob das Ergebnis bei der Auswahl anderer Vergleichspaare nicht stärker zugunsten der Stromer ausgefallen wäre. Etwa, wenn man einen leistungs- und verbrauchsstärkeren Diesel der C-Klasse hinzugezogen hätte oder aber den Systemvergleich in der Klein- oder Kompaktwagenklasse mit ihren deutlich kleineren Akkus hätte spielen lassen. 

Nissan weist Bericht über kräftige Produktionskürzung zurück

Der japanische Autobauer Nissan will seine Produktion einem Medienbericht zufolge deutlich drosseln und damit vom aggressiven Expansionskurs seines inhaftierten Ex-Chefs Carlos Ghosn abrücken. Die Fertigung solle im bis Ende März 2020 laufenden Geschäftsjahr um rund 15 Prozent sinken, berichtete die Zeitung “Nikkei” am Freitag. Der Konzern wies den Bericht dagegen als “vollkommen falsch” zurück. Die Produktionsziele für das laufende Geschäftsjahr würden am 14. Mai dargelegt, teilte Nissan mit. Die Zeitung berief sich auf Pläne, die den Zulieferern von Nissan unterbreitet worden seien. Demnach sollen im laufenden Geschäftsjahr rund 4,6 Millionen Fahrzeuge gebaut werden. Der Produktionseinschnitt wäre der größte seit mehr als einem Jahrzehnt. Der Schritt werde wohl Auswirkungen auf den Gewinn haben und könnte die Allianz mit dem französischen Hersteller Renault belasten, hieß es in dem Bericht weiter. Nissan hatte erst Anfang des Jahres seine Gewinnprognose gesenkt. Der Kurs der Nissan-Aktie gab mehr als zwei Prozent nach. Der Konzern äußerte sich nach Börsenschluss in Tokio. Der frühere Nissan-Chef Ghosn sitzt erneut in Japan in Haft. Ihm werden Veruntreuung und anderes finanzielles Fehlverhalten vorgeworfen. Ghosn bestreitet die Anschuldigungen. Nissan setzte den Manager unmittelbar nach dessen erster Verhaftung im November als Verwaltungsratsvorsitzenden ab. Im Januar trat er als Renault-Chef zurück. Ghosn war einst treibende Kraft hinter der Auto-Allianz von Renault, Nissan und Mitsubishi.

Absatzstarker Monat: Tesla Model 3 eines der meistverkauften Autos in Österreich

Der US-Elektroautobauer Tesla steigt der Konkurrenz in Österreich mittlerweile kräftig auf die Fersen, berichtet der "Standard". Im März lagen nur der VW Golf, der Skoda Octavia, der VW T-Roc und der VW-Tiguan bei den Neuzulassungen vor dem Model 3 des Elektroautoherstellers, der 703 Autos absetzte. Sogar den VW Polo hängte die US-Firma ab, geht aus der Statistik der Neuzulassungen für den März hervor. Die ersten Model-3-Fahrzeuge wurden Mitte Februar in Österreich ausgeliefert. Zu Beginn der Reservierungen hatte Tesla noch ein Massenmodell um 35.000 Dollar – umgerechnet 31.000 Euro – in Aussicht gestellt. Bisher liefert das Unternehmen aber teurere Versionen aus, um die vom schwierigen Produktionsanlauf angegriffenen Finanzen aufzubessern. Eine Model-3-Variante unter 50.000 Euro soll es in Österreich ab Mitte des Jahres zu kaufen geben. Doch es läuft für Tesla nicht alles rosig. In China muss der E-Autobauer einen Fall untersuchen, bei der es zu einer möglichen Explosion eines Model S gekommen ist. Aufnahmen einer Sicherheitskamera, die im chinesischen Internetdienst Weibo veröffentlicht wurden, zeigen, wie weißer Rauch unter dem Auto in einer Garage in Shanghai hervorquillt. Dann steht der Wagen, bei dem es sich augenscheinlich um ein Model S handelt, plötzlich in Flammen. Der Konzern habe ein Expertenteam nach Shanghai entsandt, teilte das Unternehmen am Montag mit. Nach bisherigen Informationen sei beim Brand niemand verletzt oder getötet worden, so der Autobauer. Für Tesla ist China ein enorm wichtiger Markt. Anfang Jänner hatte das Unternehmen den Grundstein für eine Fabrik in Shanghai gelegt, der ersten außerhalb der USA. Damit will Tesla auch Auswirkungen des Handelsstreits zwischen den USA und China umgehen.