Fuhrpark

Deutscher Fuhrparkverband zeigt sich von Konjunkturpaket enttäuscht

Die deutsche Regierung hat ihr Konjunkturpaket gegen die Corona-Krise vorgelegt. Das vorläufige Senken der Mehrwertsteuer bis Jahresende wird als ein positives Signal gewährtet, dem deutschen Fuhrparkwesen nützt das aber nicht viel.

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Die deutsche Bundesregierung hat überrascht. Mindestens mit der Entscheidung, die Mehrwertsteuer zu senken. Das hilft Verbrauchern - sofern die Preise entsprechend gesenkt werden - Banken, Versicherern und manchen gemeinnützigen Vereinen, die die gezahlte Umsatzsteuer nicht erstattet bekommen. Der deutsche Fuhrparkverband macht aber darauf aufmerksam, dass die Wirkung für den Fuhrpark ausbleiben wird. 

"Wenn der bayrische Ministerpräsident Markus Söder aber argumentiert, dass die Nachfrage nach Benzinern und Dieselautos mit der niedrigeren Mehrwertsteuer angekurbelt werden solle, so liegt er etwas daneben", meint Marc-Oliver Prinzing, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Fuhrparkmanagement. „Für gewerbliche Fuhrparks bleibt dieser Anreiz leider nahezu wirkungslos - und die sind für mehr als 60 Prozent der Neuzulassungen verantwortlich."

Antriebsunabhängige Kaufprämie gefordert 

Fördern will die deutsche Regierung umweltfreundlichere Antriebe - etwa Elektrofahrzeuge. Der Verband hätte in einer antriebsunabhängigen Kaufprämie mehr Sinn gesehen, um den Absatz wieder anzukurbeln. „Auch die derzeitige Praxistauglichkeit von Elektrofahrzeugen wird sich durch eine Verdopplung der Subvention nicht verändern“, sagt Prinzing. Der Plug-In Hybrid, eine Mischung aus Verbrenner und Elektroantrieb wird laut Einschätzung des Fuhrparkverbands als Sieger des Konjunkturpakets hervorgehen -  „und damit leider nicht die Unternehmen, die Fahrzeuge einsetzen, nicht die Wirtschaft insgesamt und leider auch nicht die Umwelt", moniert Prinzing. 

Ob dem Automobilhandel mit ihren prallvollen Lagern das kurzfristige Umsteuern hilft, bezweifelt Prinzing ebenfalls. „Das Gesamtpaket kann sich zwar sehen lassen und wir hoffen, dass die vielen Steuermilliarden wirklich helfen. Aber aus der Perspektive der meisten unserer Mitgliedsunternehmen, die einen repräsentativen Querschnitt der deutschen Unternehmenslandschaft repräsentieren, sehen wir wenig Wirkung. Das enttäuscht uns schon“, unterstreicht der Verbandschef.

Seine Hoffnung liegt nun in einer Euphorie der Verbraucher, die den Unternehmen schnell höhere Umsätze zurückbringen. Richtig optimistisch ist Prinzing dahingehend aber nicht. Gegen mehr alternative Antriebe hat der Verband aber prinzipiell nichts: „Wir begrüßen dagegen ausdrücklich, die Investitionen in den weiteren Ausbau der Lade- und Wasserstoffinfrastruktur.“