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Der Mustang Shelby GT500 ist das stärkste Serienmodell von Ford

Doch den Weg nach Europa findet der modellgepflegte Muskelprotz nur durch ausgewählte Importeure. Regulär wird es Fords schnellstes Serienfahrzeug in Europa nicht zu kaufen geben. Was die Topversion aus den USA zu leisten vermag, ist dennoch beindruckend.

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Der handgefertigte Aluminium-V8 mit 5,2 Liter Hubraum erhält einen 2,65 Liter großen Roots-Kompressor, der zwischen den beiden Zylinderbänken platziert ist und von einem Luft-Wasser-Ladeluftkühler unterstützt wird. Aus den Auspuffröhren kommt ein Höllensound!

Dagegen wirkt selbst der charismatische Ford Mustang Bullitt mit seinen 338 kW (460 PS) geradezu handzahm. Ford hat in seiner Kiste gekramt und erweckt einen „Muscle Car“ aus den 60er Jahren zu neuem Leben. Der Mustang Shelby GT500 ist aber keineswegs die Interpretation von einem Oldtimer, der für entspannte Sonntagsfahrten konzipiert wurde. Die Neuauflage besitzt einen 5,2-Liter-V8-Kompressor-Motor und trumpft mit 513 kW (700 PS) auf.

Damit reizt der neue Shelby GT die Grenzen des Materials aus. Unter den US-amerikanischen Muscle Cars mit V8-Motor kann ihm da wohl nur noch der Dodge RAM Challenger Demon mit seinen 852 PS und 1.044 Newtonmeter oder der Challenger SRT Hellcat Redeye mit ansehnlichen 808 PS und 958 Newtonmeter Drehmoment Einhalt gebieten. Schneller bewegt sich jedenfalls kein anderer Serien-Mustang.

Die Kraft über Kohlefaser-Antriebswellen an die Hinterräder geleitet. Ford gibt ihm kaum mehr als drei Sekunden, um von null auf 96 Stundenkilometer zu schnellen und weniger als elf Sekunden für die Viertelmeile (403 Meter). Gefeilt wurde auch noch einmal am 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, das nun einen Gangwechsel mit verringerter Zugkraftverzögerung in weniger als 100 Millisekunden ermöglicht. Alternativ stehen neben Normal noch die Schaltprogramme Schlechtwetter, Sport sowie ein Track-Modus zur Wahl zur Auswahl.

Abgeguckt haben sich die Entwickler von Ford dabei einiges aus dem Rennsport: Der Shelby GT500 profitiert von Motorsport-Know-how, das sich Ford durch Fahrzeuge, wie dem Mustang GT4 und dem Ford GT auf internationalen Rennstrecken angeeignet hat. Dabei wurde auch am Feintuning geschraubt. In den Kurven Neben einer optimierten Geometrie macht den Shelby GT500 ein aktives Sportfahrwerk der jüngsten Generation von MagneRide agiler. Zudem gibt es gewichtsreduzierte Fahrwerksfedern und eine neue elektro-mechanische EPAS-Servolenkung.

Ford hat am Antriebsstrang gefeilt

Wie zuletzt in der US-amerikanischen Shelby GT350-Variante kommen erneut gewichtsoptimierte Zylinderlaufbuchsen und durchsatzstarke Leichtmetall-Zylinderköpfe, geschmiedete Pleuel, ein verbessertes Schmiersystem und großzügiger bemessene Kühlkanäle zum Einsatz. Die speziell verstärkte Ölwanne erhöhte die strukturelle Steifigkeit, wirkt Vibrationen entgegen und besitzt ein patentiertes Lamellensystem, das wie ein Trockensumpf funktioniert und den Ölkreislauf auch bei hohen Fliehkräften stabilisiert.

Ebenfalls im Angebot ist eine Launch-Control für perfekte Rennstarts und eine „Line-Lock“-Funktion, um vor einem Beschleunigungs-Wettbewerb die angetriebenen Hinterräder professionell auf Betriebstemperatur zu bringen.

Zugleich fängt eine Rennbremsanlage des Spezialisten Brembo mit 420 Millimeter großen Bremsscheiben und besonders steifen 6-Kolben-Bremszangen die mächtigen Beschleunigungskräfte zuverlässig wieder ein. Gegenüber dem Shelby GT350 legte die bestrichene Fläche der Scheiben um 20 Prozent und ihr thermischer Wirkungsgrad sogar um 30 Prozent zu.

https://youtu.be/wecVzPzf8R4

Für den nötigen Grip sorgen speziell entwickelte High Performance-Sportreifen von Michelin. Der französische Reifenspezialist hat die Konstruktion und die Lauffläche des alltagstauglichen Pilot Sport 4S sowie des aggressiver für den Rennstreckenbetrieb ausgelegten Pilot Sport Cup 2 präzise auf die Anforderungen des Shelby GT500 abgestimmt. Das Ergebnis sind die höchsten Kurvengeschwindigkeiten, die ein Mustang bislang erreicht hat. Ab Werk rollt der Shelby GT500 auf 20-Zoll-Leichtmetallrädern.

„Mit seinem Hochleistungs-Antriebsstrang bringt der Shelby GT500 die sechste Mustang-Generation auf Augenhöhe mit exotischen Supersportwagen“, erläutert Hermann Salenbauch, als Direktor für das globale Ford Performance-Fahrzeugprogramm verantwortlich. „Diese Modell-Variante übertrifft mit dem stärksten V8-Motor, den wir je in einem Serienfahrzeug eingesetzt haben, und seinem blitzschnell schaltenden Getriebe alle Erwartungen - dennoch bleibt sie für viele unserer Kunden noch immer erreichbar und setzt damit unter amerikanischen Performance-Cars neue Maßstäbe.“

Topmodell nur in den USA

„Carroll Shelby hat Zeit seines Lebens immer am nächsten, nochmals schnelleren Auto gearbeitet - und ich denke, er hätte die jüngste Top-Version des Mustang mehr geliebt als alle anderen zuvor“, betont Jim Farley, als Präsident der Ford Motor Company verantwortlich für die globalen Märkte. „Der neue Shelby GT500 wird Supersportwagen-Kunden mit seinen Performance-Technologien, dem aufgeladenen V8-Motor und einer faszinierenden Optik begeistern.“

Gezeigt wird Fords neuer Kraftprotz auf der Autoshow in Detroit, Michigan. Dort passt er auch am besten hin, denn der bis dato schnellste Mustang aller Zeiten wird es nicht auf den europäischen Markt machen. Das Fahrzeug kommt im Herbst dieses Jahres auf den nordamerikanischen Markt, aber nur über bestimmte Importeure nach Europa. Sei es drum, zu den europäischen Klimazielen dürfte das treibstoffbetriebene Pferd aus den USA ohnehin nicht ganz passen. 

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