Premieren

Das haben die Hersteller in Sachen E-Mobilität vor

Der Genfer Autosalon ist abgesagt, doch das hält zahlreiche Automobilhersteller - kleinere wie größere - nicht davon ab, ihre neuen Fahrzeuge und Konzepte einfach per internet vorzustellen. Einen Überblick gibt's hier.

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© Dacia

Bei den kleineren, kompakten Modellen überrascht Dacia mit einem eigenen Elektrofahrzeug. Es wird den Namen "Spring Electric" tragen und das erste vollelektrische Modell der rumänischen Renault-Tochter sein. Zur Gänze neu ist es jedoch nicht, es handelt es sich um eine Abwandlung des in China erhältlichen City-Cars Renault "K-ZE". Technisch wird auf die Erfahrungen zurückgegriffen, die bereits beim erfolgreichen Renault Zoe gemacht wurden. 

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© Dacia

Bei den kleineren, kompakten Modellen überrascht Dacia mit einem eigenen Elektrofahrzeug. Es wird den Namen "Spring Electric" tragen und das erste vollelektrische Modell der rumänischen Renault-Tochter sein. Zur Gänze neu ist es jedoch nicht, es handelt es sich um eine Abwandlung des in China erhältlichen City-Cars Renault "K-ZE". Technisch wird auf die Erfahrungen zurückgegriffen, die bereits beim erfolgreichen Renault Zoe gemacht wurden. 

© Dacia

Gedacht ist es vorrangig für die urbane Benutzung, da die maximale Reichweite der Batterie auf rund 200 Kilometer beschränkt ist. Im Gegenzug soll der niedrige Anschaffungspreis Kunden den Einstieg in die Elektromobilität schmackhaft machen. Der Hersteller kann sich auch den Einsatz in Carsharing-Programmen vorstellen. Das Elektroauto wird ab dem kommenden Jahr erhältlich sein. 

© Fiat

Mehr Leak als offizielle Präsentation sind diese Grafiken des Fiat "500e". Es handelt sich um die vollelektrische Ausführung des ikonischen Stadtflitzers. Damit springt der Autobauer auf den selben Zug auf wie Renault, Mini, BMW, VW oder Smart, die vergleichbare Fahrzeugklassen anbieten. Dabei ist eigentlich schon seit längerem bekannt, dass Fiat heuer eine elektrische Version seines Kleinwagens bringen will. Dies hätte im Rahmen des Genfer Autosalons geschehen sollen, der nun aber aufgrund des Coronavirus (Covit-19) abgebrochen werden musste. Start der Produktion soll laut "electrek.co" im zweiten Quartal 2020 sein.

© Citroen

Der "Ami" von Citroën wurde eigentlich schon im vergangenen Jahr auf dem Genfer Autosalon als Konzept präsentiert und damals noch als "Ami One Concept" betitelt. Heuer war Citroën in Genf gar nicht vertreten. Jetzt hat der französische Autohersteller ernst gemacht und wird den Ami auf die europäischen Märkte loslassen. Bestellungen können in Frankreich bereits ab dem 30. März sowie im Laufe des Jahres auch in weiteren Ländern für den kleinen urbanen E-Flitzer getätigt werden. 

© Citroen

Besonders ist der Vertrieb des E-Flitzers, der einzig und allein über das Internet stattfindet. Möglichkeiten von Probefahrten soll es aber geben, erklärt Citroën in einer Pressemitteilung. Die 5,5 Kilowatt Lithium-Ionen-Batterie ist in rund drei Stunden an einer Haushaltssteckdose wieder voll aufgeladen. Dann kann der kleine Ami bis zu 70 Kilometer weit fahren. Allerdings liegt die Höchstgeschwindigkeit des würfeligen Fahrzeugs bei lediglich 45 Stundenkilometern und darf somit nicht auf Schnellstraßen oder Autobahnen unterwegs sein. 

© Citroen

Mit seinen Maßen - Länge: 2,41 Meter, Breite: 1,39 Meter, Höhe: 1,52 Meter - macht der "Stadtzwerg" bei der Parkplatzsuche keine allzu großen Probleme. Trotz seines schlicht anmutenden Designs sind verschiedene Individualisierungsmöglichkeiten gegeben: So stehen etwa sechs Farbpakete zur Auswahl, mit denen der Würfel verschönert werden kann. 

© Renault

Planmäßig wollte Renault auf dem diesjährigen Genfer Autosalon eigentlich die Studie "Morphoz" zeigen. Im Gegensatz zu vielen anderen Konzepten, die still und heimlich in der Schublade verschwinden, bevor ein Fahrzeug mit Straßenzulassung aus ihnen wird, soll Morphoz bereits einen sehr konkreten Ausblick auf die kommenden, rein batterieelektrischen Fahrzeuggenerationen geben. Dennoch handelt es sich auch hier vielmehr um eine Vision eines Fahrzeugs, das zunächst in eine entsprechende Infrastruktur eingebettet werden muss. 

© Renault

Das wohl bedeutendste Merkmal der Studie ist nicht das futuristische Design, sondern die Länge, die per Knopfdruck um 40 Zentimeter zulegt. Daher auch die Anlehnung des Namens an "Metamorphose". Im „City“-Modus misst der Morphoz eine Länge von 4,4 Metern und damit nur wenige Zentimeter mehr als ein Renault Mégane. Im „Travel“-Modus wächst das Fahrzeug auf 4,8 Meter Länge an, was etwa dem Format des oberen Mittelklassemodells Renault Talisman entspricht. Der Radstand legt von 2,73 auf 2,93 Meter zu. 

© Renault

Der Wandel vom kompakten Stadtfahrzeug zum Reisewagen vollzieht sich auf zweierlei Weise: Das Heck hinter der C-Säule fährt aus, und der Vorderwagen rollt um 20 Zentimeter nach vorn. Während die Hinterräder unverändert ihre Position halten, machen die Vorderräder die Vorwärtsbewegung mit. Um die aerodynamische Effizienz zu steigern, wird zugleich der Vorderwagen verlängert. Das Resultat: Der Fußraum im Fond wächst, im Kofferraum wird Platz für zwei extra Koffer geschaffen, und unterhalb des Innenraums entsteht Raum für zusätzliche Akkus mit 50 Kilowatt Kapazität, so dass die gesamte Batteriekapazität von 40 auf 90 Kilowattstunden gesteigert werden kann. 

 

© Renault

Parallel zur Akku-Kapazität steigt im „Travel“-Modus auch die Leistung des Elektromotors: Statt 100 Kilowatt stehen nun 160 Kilowatt zur Verfügung. Für den Wechsel vom „City“- zum „Travel“-Modus fährt der Morphoz eine spezielle Station an. Dort werden automatisiert durch eine Klappe im Unterboden zusätzliche Batterien installiert. Am Ende einer Reise werden die 50- Kilowattstunden-Akkus wieder entnommen und der Morphoz verwandelt sich wieder zurück in einen Kompaktwagen. Doch die Vision geht noch weiter: Werden die Zusatzbatterien nicht benötigt, dienen sie unter anderem der Energieversorgung einer Self-Service-Fahrradstation, der Verkehrsinfrastruktur sowie benachbarten Gebäuden zum lokalen Energiemanagement. Im Alltag erfolgt das Aufladen per Induktion an speziellen Stationen oder während der Fahrt auf hierfür eingerichteten Straßenabschnitten. 
 

© BMW

BMW zählte zu jenen Herstellern, die einfach per Livestream die Präsentation vorgenommen haben, nachdem die Tore des Genfer Autosalons vorzeitig geschlossen wurden. Der Autobauer aus Bayern zeigt "Concept i4", bei dem es sich um eine seriennahe Version eines Elektro-Gran-Coupés handelt. Hierbei handelt es sich ganz klar um einen Luxuswagen: Mit 530 PS (ca. 390 Kilowatt) geht es in circa vier Sekunden von Tempo null auf hundert, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei über 200 Stundenkilometer. 

© BMW

Für das Design zeichnen sich Adrian van Hooydonk und Domagoj Dukec verantwortlich. Ein langer Radstand, die Dachlinie mit Fließheckcharakter sowie kurze Überhänge sollen für eine elegante wie dynamische Grundgestik sorgen. Bei der Außenfarbe „Frozen Light Copper“ handelt es sich um eine Farbnuance des BMW "Vision iNext". Da keine Kühlung mehr für einen Verbrennungsmotor nötig ist, dient die Niere nun vor allem als Fläche, in der Sensoren verbaut sind. 

© BMW

Beim Design des Hecks hat das Team um van Hooydonk und Domagoj Dukec versucht, markentypische Elemente wie die L-förmigen Rückleuchten mit aerodynamischen Funktionen zu verbinden.Wo sonst die Endrohre münden würden, zeigen in dem „BMW i Blau“ gehaltene Elemente den neuen Antrieb des i4 an.

© BMW

Im Innenraum gibt es laut BMW bereits einen konkreteren Blick auf die Serie: Das Curved Display soll bereits dem Serienstand aus dem i4 und auch iNext entsprechen. Das zusammenhängende und auf den Fahrer ausgerichtete Display soll die Darstellung von Informationen optimieren und die intuitive Touch-Bedienung des Displays erleichtern. Rund um das Curved Display soll das Interieur „maximal reduziert“ ausfallen. So wurden unter anderem die Luftauslässe tief in die Geometrie des Armaturenträgers integriert, um nicht aufzufallen. Im Heck sollen Details wie die integrierten Kopfstützen die Sportlichkeit betonen, gleichzeitig soll der Fond durch die Materialien ein Lounge-Feeling erzeugen.

© AUDI AG

Audi möchte das Fahrerlebnis und vor allem die Leistung des e-tron noch einmal steigern - und kündigt den Sportback an. Die drei E-Maschinen des e-tron Sportback, von denen zwei an der Hinterachse sitzen, geben gemeinsam 370 Kilowatt Boostleistung und 973 Newtonmetern Drehmoment ab. Damit ist eine Beschleunigung in 4,5 Sekunden auf Tempo 100 möglich. Der Vortrieb endet elektrisch abgeregelt erst bei 210 Stundenkilometern. 

© AUDI AG

Der Antriebscharakter der e-tron S-Modelle ist deutlich heckbetonter und sportlicher ausgelegt, heißt es in einer Mitteilung des Herstellers. Dank einer leistungsstarken Kühlung gibt der Antrieb reproduzierbar für jeweils acht Sekunden die volle Boost-Leistung von 370 Kilowatt und 973 Newtonmetern Drehmoment ab. Die Nennwerte in der Fahrstufe "D" (ohne Boost) betragen 320 Kilowatt und 808 Newtonmetern. Wenn die Stabilisierungskontrolle ESC auf „Sport“ und das Fahrdynamiksystem Audi drive select mit Modi „dynamic“ auf maximale Performance eingestellt sind, erlaubt das Antriebslayout eine hohe Querdynamik und auf Wunsch auch kontrollierte Drifts. 

© VW

Auch Volkswagen hat in einem sogenannten Webcast nach der Absage des Genfer Automobilsalons einen konkreten Ausblick auf sein erstes rein elektrisches SUV gegeben. Nach dem ID.3 folgt nun der ID.4, der noch 2020 auf den Markt kommen soll. Das Modell wurde bislang als ID. Crozz bezeichnet. Bei der Online-Premiere des ID.4 gab VW an, dass das SUV eine Reichweite von bis zu 500 Kilometer schaffen soll. Wenig überraschend basiert auch dieses Fahrzeug auf dem "Modularen E-Antriebsbaukasten" (MEB). 

© VW

Gefeilt wurde nach Angaben Ralf Brandstätter, Chief Operating Officer der Marke Volkswagen, vor allem an der Aerodynamik. "Die verbesserte Aerodynamik senkt den Luftwiderstand und vergrößert die Reichweite des ID.4 je nach Antriebs-Package auf bis zu 500 Kilometer", so Brandstätter. Auf den Markt kommen wird der ID.4 zunächst mit Heckantrieb, folgen wird auch eine Version mit elektrischem Allradantrieb. Wann, wurde aktuell noch nicht bekanntgegeben. 

© Hyundai

Wo wir schon beim Thema "elektrische Zukunft" sind, auch Hyundai hat mit dem Prophecy" ein ziemlich schnittiges Elektrokonzept am Start. Anlehnung fand Prophecy an der aktuellen Hyundai-Designphilosophie „Sensuous Sportiness". Ein gestreckter Radstand und kürzeren Überhängen dominieren das Erscheinungsbild. Passend gibt es eine klare und einfache Stromlinie, die sich, wie aus einem Guss, von der A-Säule des Fahrzeugs bis zum Heck erstreckt. 

© Hyundai

Die "Pixel Lamps", aus einzelnen LED-Punkten bestehende Leuchteinheiten, waren erstmals im Hyundai『45』zu sehen. Beim Prophecy haben sie einen weiteren Entwicklungsschritt durchlaufen: Die Licht-Technologie ist nicht mehr nur in Scheinwerfer und Rückleuchten integriert, sondern auch in die Heckschürze und den Heckspoiler. Die Pixel Lamps bleiben nicht auf Fahrzeugstudien beschränkt, sondern werden in künftigen Hyundai-Serienmodellen als ein charakteristisches Designmerkmal Einzug halten.

© Polestar

Auch Polestar tritt mit einer Fahrzeug-Vision auf, die sich nachhaltiger Materialien und einer Weiterentwicklung der Benutzeroberfläche bedient. So bestehen die Innenverkleidungen und Rückenlehnen zum Beispiel aus dem Verbunswerkstoff Flachs. Der Polestar "Precept" soll eine Vorschau zukünftiger Fahrzeuge sein, erklärt Thomas Ingenlath, CEO von Polestar. Ein 3,1-Meter-Radstand verleiht dem Viertürer eine sehr niedrige, schlanke Silhouette und schafft Platz für einen großen Akku und zugleich Beinfreiheit und Kopfraum für Passagiere im Vorderraum.