Morning Briefing - 20.10.2020

BMW überrascht mit höherem "Free Cash Flow" - Piëch Automotive holt sich früheren VW-CEO - Neue Tesla-3-Modelle sollen anders geladen werden

Das Wichtigste in Kürze.

BMW überrascht mit höherem "Free Cash Flow" 

Durch die Bank können deutsche Premium-Autobauer im dritten Quartal 2020 eine leichte Besserung bei den Absatzzahlen spüren. BMW sticht aber besonders heraus. Der Autobauer teilte am Montagabend mit, dass der vorläufige Free Cash Flow in den drei Monaten 3,065 Milliarden Euro betragen habe, nach 714 Millionen Euro im gleichen Vorjahreszeitraum. Damit sei die aktuelle Markterwartung übertroffen worden. Dazu habe insbesondere eine raschere Erholung in mehreren Märkten beigetragen, die zu einem höheren Absatzwachstum geführt habe. Zudem seien Fixkosten und Investitionsausgaben weiter gesenkt worden. Auch Konkurrent Daimler erholte sich mit einem massiven Gewinnanstieg in der Corona-Krise unerwartet rasch. Weil die Nachfrage anzog und der Autokonzern zugleich strikt auf seine Kosten achtete, legte der Betriebsgewinn (Ebit) im dritten Quartal binnen Jahresfrist um 14 Prozent auf mehr als drei Milliarden Euro zu. Nicht von der Hand zu weisen ist jedoch der Stellenabbau. Dieses Opfer fordert offenbar die Transformation der deutschen Autobauer hin zu alternativen Antrieben. 

Piëch Automotive holt sich früheren VW-CEO

Das in der Schweiz sitzende Start-up Piëch Automotive, welches einen eigenen E-Sportwagen auf dem letzten Genfer Autosalon im März 2019 präsentiert hat, holt sich nun die Unterstützung eines ehemaligen VW-CEO an Bord. Laut "Reuters" handelt es sich hierbei um Matthias Mueller, der bei Piëch ab nun den Vorsitz übernimmt, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Die Namensverwandtschaft zum österreichischen Manager Ferdinand Piëch ist übrigens hausgemacht. Der Gründer des Start-ups ist Anton Piëch, der Sohn des ehemaligen VW-Vorsitzenden Ferdinand Piëch. Das Unternehmen arbeitet daran, genug Gelder zu lukrieren, um einen vollelektrischen Zweisitzer-Sportwagen mit Traktionsbatterien auszustatten, die sich in unter fünf Minuten laden lassen. Das in Zürich sitzende Start-up hat außerdem Jochen Rudat, einen früheren Tesla-Angestellten, als Verkaufschef eingestellt. 

Neue Tesla-3-Modelle sollen anders geladen werden

Normalerweise raten E-Autobauer dazu, ihre Modelle bis maximal 80 Prozent zu laden und nicht zu häufig leer zu fahren, denn häufiges Laden auf 100 Prozent Ladestand kann nämlich Kapazität und Lebensdauer des Akkus negativ beeinträchtigen. Anders scheint nun die Ladephilosophie bei der nächsten Generation von Model-3-Modellen zu sein. Beim in China gefertigten Model 3 mit neuen Lithium-Eisenphosphat-Batterie soll diese möglichst häufig – am besten einmal pro Woche – vollständig aufgeladen werden, erklärt Teslas Kundensupport auf Weibo, einem sozialen Netzwerk, das vorrangig in China genutzt wird. "Das neue, mit einem Lithium-Eisenphosphat-Akku ausgestattete Standard-Model-3 kann aufgeladen werden, ohne die Ladegrenze zu berücksichtigen. Laden Sie es einfach vollständig auf!", schreibt Tesla auf Weibo. "Wir empfehlen, dass Sie das Fahrzeug mindestens einmal pro Woche zu 100% aufladen. Dies hilft, die Spannung zwischen den Batteriepacks auszugleichen [...]".