Morning Briefing - 11.09.2019

Betriebsbedingte Kündigungen bei Conti nicht ausgeschlossen - Kapsch TrafficCom will geplatzte Pkw-Maut nicht einfach hinnehmen - Great Wall Motors könnte schon bald in Europa produzieren  

Das Wichtigste in Kürze.

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Betriebsbedingte Kündigungen bei Conti nicht ausgeschlossen

Die schwache Autokonjunktur und eine nachlassende Nachfrage nach Verbrennungsmotoren lassen den Autozulieferer Continental nicht mehr kalt. Um betriebsbedingte Kündigungen werde man wohl nicht herumkommen, sagte Vorstandschef Elmar Degenhart am Dienstag am Rande der Automesse IAA in Frankfurt. Genaue Zahlen zu betroffenen Werken oder Mitarbeitern lasse sich derzeit aber noch nicht nennen. Jedenfalls sei die konjunkturelle Entwicklung kritisch. "Wir schlittern nicht in die Krise hinein, sondern befinden uns mittendrin", betonte Degenhart. "Es hilft nicht mehr, die Dinge schönzureden." Priorität habe nun eine verantwortungsvolle Planung, so der Conti-Manager. Tatenlos wolle man nicht zusehen: "Wir werden alle Hebel ziehen, um unsere Belegschaft zu schützen." Daher versuche Conti auch, mehr Kollegen in Richtung Elektromobilität zu qualifizieren, erklärte Degenhart. Der Konzern strebt überdies einen Teilbörsengang, eventuell könnte es zudem auch zu einer kompletten Auslagerung der Conti-Antriebssparte kommen. 

Kapsch TrafficCom will geplatzte Pkw-Maut nicht einfach hinnehmen

Der börsenotierte Mautspezialist Kapsch TrafficCom will gegen Kündigung des Pkw-Maut-Vertrags vorgehen. Deutschland hatte nach dem Veto des Europäischen Gerichtshofs zu den deutschen Pkw-Maut-Plänen die Verträge mit Kapsch sowie dem Ticketvermarkter Eventim gekündigt."Dankbarkeit bekommen Sie in der Politik sowieso nicht", sagte Firmenchef Georg Kapsch am Dienstag auf der Aktionärsversammlung des Unternehmens. "Wir schauen, dass wir das bekommen, von dem wir glauben, dass es uns zusteht." Details wollte der Manager mit Verweis auf die bis Monatsende aufrechten Verträge nicht nennen. Welche Kosten die Kündigung der Verträge mit sich bringe, wollte der Manager nicht nennen. Er räumte aber ein, dass im ersten Quartal 2019/20 eine Rückstellung in Höhe von zwei Millionen Euro vorgenommen worden sei. Die Frage eines Aktionärs, ob mit weiteren Rückstellungen zu rechnen sei, ließ er unbeantwortet. "Wir werden die Berechnungen nach dem 30. September machen".

Great Wall Motors könnte schon bald in Europa produzieren  

Der chinesische Autohersteller Great Wall Motors ist in Europa nur wenigen ein Begriff. Einem Bericht zufolge dürfte es das aufstrebende Unternehmen aber in den Westen ziehen. Eigene Produktionsstätten seien in Europa geplant, sobald das Verkaufsvolumen 50.000 Fahrzeuge im Jahr überschreitet, sagte ein Vorsitzender der Firma. Great Wall ist in China auf die Herstellung von SUVs im höheren Preissegment und Pick-ups spezialisiert. Potenzielle Standorte in Europa werden laut "Reuters" aktuell ausfindig gemacht. Mit diesem Schritt möchte das Unternehmen seinen globalen Einfluss auf den Automobilmarkt vergrößern und höhere Umsätze erzielen. Im Rahmen der Automesse IAA in Frankfurt sagte der Firmen-Vorsitzende Wei Jianjun zu "Reuters", dass Great Wall Motors in zwei Jahren den Verkauf von SUVs unter dem Namen WEY für den europäischen Markt plant. Obwohl bereits in Europa etablierte Autokonzerne versuchen, Kunden mit neuen E-Autos zu locken, boomt das Geschäft mit den SUVs wohl auch weiterhin. Vergangene Woche sagte Daimler-Chef Ola Kaellenius, dass sie bei Daimler immerhin ein Drittel der gesamten Verkäufe ausmachen.