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Bericht: VW plant offenbar Kauf von Europcar - US-Fahrdienstleister Uber sammelt Daten in Wien - Sixt sieht wieder mehr Buchungen in Europa und USA 

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Bericht: VW plant offenbar Kauf von Europcar

Das erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch aus Verhandlungskreisen. VW sei mit dem Hauptaktionär Eurozeo im Gespräch, hieß es. Ein konkretes Kaufangebot liege aber noch nicht vor. Die drei Unternehmen wollten auf Anfrage keine Stellung nehmen. Europcar leidet unter dem Einbruch des weltweiten Reisegeschäfts wegen der Pandemie. Der Mietwagenanbieter hat deshalb einen millionenschweren Rettungsplan mit Banken und dem französischen Staat ausgehandelt und Einsparungen in Höhe von rund 850 Millionen Euro angekündigt.Der Hauptaktionär Eurazeo hält 29,9 Prozent des Kapitals. Die Beteiligungsgesellschaft hatte bereits im November Pläne für einen Rückzug aus der Gruppe Europcar Mobility angekündigt. Ihr Wert wurde damals auf mehr als drei Milliarden Euro geschätzt, heute ist die Gruppe an der Börse nur noch mit 400 Millionen Euro notiert. Europcar wurde 1949 in Paris gegründet und war zuletzt eines der weltweit führenden Mietwagen-Unternehmen. Der Konzern hat rund 12.000 Mitarbeiter in 140 Ländern.

US-Fahrdienstleister Uber sammelt Daten in Wien 

Der Fahrdienstvermittler Uber sammelt nun auch in Wien Verkehrsdaten, um sie Stadtplanern oder Universitäten zur Verfügung zu stellen. Das US-amerikanische Unternehmen hat Wien in seine Plattform "Uber Movement" aufgenommen. Darauf sind Daten einsehbar, die bei Uber-Fahrten erhoben worden sind.  Die Daten seien so anonymisiert, dass keine Rückschlüsse auf Personen gezogen werden können, sagte Uber-Österreich-Chef Martin Essl. Das Tool "Movement" sei eine Webseite, die mit einem Uber-Account für jeden erreichbar sei. In 50 Städten ist die Plattform bisher schon verfügbar. Die Plattform zeigt etwa durchschnittliche Reisezeiten zwischen einzelnen Stadtzonen, könnte aber auch dafür genutzt werden, zu analysieren, wie sich Fahrradwege auswirken oder wo noch Raum für breitere Radwege ist. Es konnte gezeigt werden, dass Großbaustellen die Fahrdauer vom Stadtzentrum im Schnitt um fast 40 Prozent erhöht, der coronabedingte Shutdown beeinflusste den Verkehr deutlich und reduzierte die Reisezeiten um mehr als 30 Prozent, so Essl.

Sixt sieht wieder mehr Buchungen in Europa und USA 

Es gebe "in den europäischen Urlaubsdestinationen wie auch im inneramerikanischen Flughafengeschäft derzeit wieder einen Buchungsanstieg im Vergleich zum Zeitraum April und Mai", sagte Sixt-Vorstandschef Erich Sixt am Mittwoch bei der Online-Hauptversammlung. Allerdings buchten viele Urlauber ihre Mietwagen äußerst kurzfristig. Daher sei die Entwicklung im - üblicherweise umsatzstärksten - dritten Quartal "aktuell noch mit massiven Unsicherheiten behaftet". Nach den drastischen Einbußen "im ersten und vor allem im zweiten Quartal, das das schlechteste unserer Unternehmensgeschichte werden wird", rechne er für das Gesamtjahr mit einem starken Umsatzrückgang. Der Gewinn vor Steuern dürfte zwar deutlich positiv, aber "sehr stark unter dem Vorjahr" liegen. Erst nächstes Jahr erwarte er eine Rückkehr zur Normalität. Für das hervorragend gelaufene Geschäftsjahr 2019 schüttet der Autovermieter keine Dividende aus, mit Ausnahme einer garantierten Mindestdividende von 5 Cent je Vorzugsaktie. Im vergangenen Jahr hatte Sixt seinen Umsatz um 13 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro gesteigert und 247 Millionen Euro Gewinn gemacht.