Morning Briefing

Autoindustrie warnt vor schärferen EU-Klimavorgaben - Trotz Corona-Krise: Schaeffler erwägt Zukäufe - Autobranche sorgt sich um teure Brexit-Rechnung 

Das Wichtigste in Kürze.

Autoindustrie warnt vor schärferen EU-Klimavorgaben

Die deutsche Autobranche hat vor einer nochmaligen Verschärfung europäischer Klimaschutzvorgaben gewarnt. Eine weitere Zielverschärfung würde in keiner Weise den dramatischen Konjunktureinbruch und die Folgen der Corona-Krise berücksichtigen, moniert der Verband der Autoindustrie. Wer dies jetzt fordere, überfordere die Autoindustrie in Europa und gefährde damit zusätzlich Arbeitsplätze ohne wesentlichen zusätzlichen Klimaschutzbeitrag. Zuvor waren Berechnungen der EU-Kommission bekannt geworden, dass bei der von Brüssel anvisierten Verschärfung des europäischen Klimaziels die Emissionen aus dem Autoverkehr von 2021 bis 2030 um 50 Prozent sinken müssten. Ein internes Papier der Kommission geht davon aus, dass die EU-Klimagase bis 2030 um 55 Prozent im Vergleich zu 1990 reduziert werden. 

Trotz Corona-Krise: Schaeffler erwägt Zukäufe

Der Autozulieferer Schaeffler ist Übernahmen trotz der Krise nicht abgeneigt. "In der Krise ergeben sich jede Menge Chancen, auch für Übernahmen", sagt Vorstandschef Klaus Rosenfeld im Interview mit der "Welt am Sonntag". "Da wo es Sinn macht, sich technologisch zu verstärken, werden wir uns diese Möglichkeiten genau ansehen." Das gelte für die Autosparte und im Industriebereich. Das Geld für solche Übernahmen will Schaeffler, wenn nötig, über eine Kapitalerhöhung hereinholen. In der kommenden Woche will der Konzern sich genehmigen lassen, bis zu 200 Millionen neue Papiere herauszugeben. 

Autobranche sorgt sich um teure Brexit-Rechnung 

Wie "Reuters" berichtet, gehen europäische und britische Autohersteller davon aus, dass ein ungeordneter Brexit ein finanzielles Loch von 110 Milliarden Euro für den Sektor bedeuten würde - und das über einen Zeitraum von fünf Jahren. Die Zeit für Großbritannien drängt, denn die Übergangsphase endet mit Dezember und die EU verhandelt bereits über ein Handelsabkommen für 2021. Doch die Situation gestaltet sich äußerst schwierig, nachdem GB einen Plan vorgelegt hat, der einen Bruch des bisherigen Vertrags vorsieht, den beide Seiten im Jänner unterschrieben hatten. Fehler, die dazu führen, dass kein Deal zustande kommt, würde zu hohen Zöllen führen. Das wiederum würde die Fahrzeuge teurer machen und die ohnehin schwache Nachfrage noch einmal drücken, befürchten die Hersteller.

(Red./Nachrichtenagenturen)