E-Antrieb

Antrieb aus dem VW e-up! elektrifiziert jetzt alte Käfer

Volkswagen denkt mit der Partnerfirma eClassics auch darüber nach, neben historischen Käfern auch Bullis zum Stromer umzubauen. Möglich soll es eine E-Plattform machen.

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Premiere feiert eine seriennahe Studie des e-Käfer auf der diesjährigen Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt. 

Volkswagen hat sich gegen den Schritt entschieden, den Käfer zum Stromer zu machen. Da richtige Nostalgiker ohnehin auf ältere Baureihen als den "New Beetle" abfahren, bietet VW gemeinsam mit der Partnerfirma eClassics jetzt die Möglichkeit, den Antriebsstrang historischer VW Käfer nachträglich zu elektrifizieren. Das hat einen grundlegenden Vorteil: Für die Umrüstung kommen dabei ausschließlich aufeinander abgestimmte Neuteile aus der Serienfertigung der Volkswagen Group Components zum Einsatz. Hergestellt werden sie an den Produktionsstandorten der Volkswagen Group Components. Dabei wird auf den Elektroantrieb, das Ein-Gang-Getriebe und das Batteriesystem aus dem neuen VW e-up! zurückgegriffen. So kommen der E-Motor und das 1-Gang-Getriebe aus Kassel, während die Batteriesystem-Komponenten aus Braunschweig zugeliefert werden. Den eigentlichen Umbau historischer Käfer-Modelle führt im Anschluss das Unternehmen eClassics aus Renningen bei Stuttgart durch. 

© Volkswagen

"Der elektrifizierte Käfer verbindet die Faszination unserer Oldtimer mit der Mobilität von morgen", erklärt Thomas Schmall, Vorstandsvorsitzender Volkswagen Group Components. "Unter der Motorhaube stecken innovative E-Komponenten der Volkswagen Konzern Komponente, mit denen wir historische Bestandsfahrzeuge elektrisch emotional aufladen", so Schmall. Die Komponenten aus Kassel und Braunschweig bilden im e-Käfer eine antriebstechnische Allianz, bei der der Elektromotor in der Leistungsspitze 60 kW (82 PS) erreicht. Das im Wagenboden verbaute Batteriesystem besteht aus bis zu 14 Modulen mit jeweils 2,6 kWh Kapazität. Zusammengenommen liefern die Module der Lithium-Ionen-Batterie einen Energiegehalt von bis zu 36,8 kWh. 

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Das Batteriesystem ist im Wagenboden verbaut und besteht aus bis zu 14 Modulen mit jeweils 2,6 kWh Kapazität. 

Die höhere Leistung und das durch die Elektrifizierungsumfänge erhöhte Gewicht bedingen eine Anpassung und Verstärkung von Fahrwerk und Bremsen. Die verbauten Komponenten erhöhen das Gewicht des Käfers. Trotz des neuen Gesamtgewichts von 1.280 Kilogramm soll der unter Strom gesetzte Käfer in nur knapp vier Sekunden auf 50 Stundenkilometer und gut acht Sekunden auf 80 Stundenkilometer beschleunigen. Die Reichweite des bis zu 150 Stundenkilometer schnellen e-Käfer beträgt über 200 Kilometer. Und sollte dem e-Käfer unterwegs doch flotter als gedacht der Strom ausgehen, ermöglichen die verbauten Großserienkomponenten CCS-Schnellladen. In rund einer Stunde soll Energie für mehr als 150 weitere Kilometer im e-Käfer gespeichert sein. 

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Grundsätzlich ist auf Basis dieses Konzepts auch eine nachträgliche Elektrifizierung weiterer historischer Fahrzeuge möglich. !Gemeinsam arbeiten wir bereits daran, die Plattform für den Bulli vorzubereiten", verrät Schmall. "Auch der 356er Porsche ist als e-Version denkbar." Nachgedacht wird zudem über den Einsatz des Modularen E-Antriebs Baukasten (MEB). Hierbei eröffnen sich vor allem weitere Perspektiven mit Blick auf Leistung und Reichweite. 

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