E-Autobauer

Adieu Fabriksroboter: Tesla will E-Autos aus einem Guss

Tesla will im neuen Autowerk in Brandenburg mit einem Minimum an Industrierobotern auskommen. Alternativ sollen riesige Druckgussmaschinen die Karosserien aus Aluminium gießen.

Die neue Tesla-Fabrik in Brandenburg soll ohne den üblichen Wald an Robotern in der Montage des Model Y auskommen und damit einen Effizienzsprung in der Produktion schaffen. Denn Hunderte von Robotern werden überflüssig, wenn riesige Druckgussmaschinen die Autokarosserien aus Aluminium in wenigen großen statt Dutzenden kleineren Teile gießen, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters.

Tesla-Chef Elon Musk wolle die Autohülle aus so wenigen Modulen wie möglich bauen. Auf dem Blog "Tesmanian" hieß es, acht dieser "Gigapressen" kämen in die Fabrik nahe Berlin. Tesla reagierte auf Anfragen dazu nicht.

Mitte August hatte Tesla-Chef Elon Musk bereits auf Twitter über die größte Gussmaschine aller Zeiten geschwärmt. Die "Gigapresse" soll den Umfang eines kleinen Hauses haben, sie wird von IDRA Srl in Italien gebaut. Die Firma wollte sich nicht äußern, hatte früher aber bekannt gegeben, die erste Maschine dieser Art an einen nordamerikanischen Autohersteller geliefert zu haben.

Nur mehr ein Teil statt 70 Komponenten

Noch vor zwei Jahren hatte der US-Elektroautopionier in seinem Werk in Nevada mit der Komplexität der High-Tech-Produktion zu kämpfen und flog Maschinen aus Deutschland ein. Doch jetzt soll allein die Unterbodenkarosserie Musk zufolge künftig nur noch aus einem Teil statt 70 Stücken bestehen, die aufwendig zusammengefügt werden müssten. Auf diese Weise sollten auch Front- oder Heckteile gefertigt werden, erklärte ein Insider.

Komponenten erhöhen die Sicherheit eines Autos

Dass Autos bisher aus vielen Einzelteilen bestehen, ist eine Frage der Sicherheit, denn sie sorgen bei einem Zusammenstoß für eine Knautschzone. Aluminium ist außerdem schwieriger in Form zu bringen als Stahl. Da Schweißen das leichte Metall verformt, müssen Aluminiumteile geklebt oder genietet werden. Durch Gießen könnte Tesla mehrere Arbeitsschritte vermeiden.

Kritik an Verarbeitung bei Tesla Fahrzeugen 

Der Berater Sandy Munro hatte Tesla in der Vergangenheit wegen schlechter Verarbeitung kritisiert. "Es gab schreckliche Spaltmaße, überall Schweißspritzer, nichts passte", sagte er kürzlich bei einer Online-Präsentation auf einer Konferenz der Beratung Frost & Sullivan. Doch vom Tesla Model 3 zum neuen Modell Y habe es einen Qualitätssprung gegeben. Jetzt habe Tesla für den Unterboden das größte Teil gegossen, das er in 30 Jahren automobiler Fertigungsanalyse gesehen habe. "Es ist einfach spektakulär", sagte er. (Red./Nachrichtenagenturen)