Morning Briefing - 01.10.2019

Abgasskandal: Festlegung von Schadenersatz-Betrag "nicht einfach" - Opel setzt vorübergehend auf Kurzarbeit in Rüsselsheim - Wenn der Blumentransport vollelektrisch geschieht  

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Abgasskandal: Festlegung von Schadenersatz-Betrag nicht einfach 

Der gestrige Auftakt des Diesel-Musterverfahrens von Verbraucherschützern gegen Volkswagen hat das Oberlandesgericht Braunschweig eine Einigung zwischen den Streitparteien angeregt. Ein Vergleich sei sehr schwer, aber möglich, sagte der Vorsitzende Richter Michael Neef am Montag. "Es ist jedoch nicht einfach, einen möglichen Schadenersatz-Betrag für betroffene Dieselkunden festzulegen", so Neef. Verbraucherschützer sprachen sich für einen raschen Vergleich aus, sagte Lydia Ninz vom Verbraucherschutzverein, die gemeinsam mit Obmann Peter Kolba den Prozess in Braunschweig verfolgt. Mit einem Urteil wird erst in frühestens zwei Jahren gerechnet. Im Fall eines Siegs in der Musterfeststellungsklage müssten die Verbraucher dann noch jeder einzeln Schadenersatz einklagen. Denn das Gericht stellt im Musterverfahren zwar bindend fest, ob den Klägern ein Schaden entstanden ist, aber nicht, wie viel Schadenersatz dem Einzelnen zusteht. VW habe sich hingegen einen Vergleich offengelassen, weil die Voraussetzungen noch nicht geklärt seien. Der VSV vertritt rund 1.000 Menschen aus Österreich, die sich dem Verfahren in Deutschland angeschlossen haben. Der nächste Verhandlungstermin ist für den 18. November festgesetzt.

Opel setzt vorübergehend auf Kurzarbeit in Rüsselsheim 

Medienberichten zufolge setzt das Opel-Stammwerk in Rüsselsheim verstärkt auf Kurzarbeit. Die Produktion sei nicht optimal ausgelastet, so die Begründung. Jedoch soll die Maßnahme nur vorübergehend sein, betroffen sind rund 2600 Beschäftigte der Automobilfertigungsstätte, wie ein Opel-Sprecher erklärte. Die Arbeitnehmer erhalten für die nicht geleistete Arbeitszeit Kurzarbeitergeld als Lohnersatzleistung sowie einen Zuschlag von Opel. Das Entwicklungszentrum und weitere zentrale Einheiten des Autobauers sind nicht betroffen - darunter auch das Opel-Werk in Wien Aspern. Laut einem Firmensprecher ist in Wien aktuell auch keine Kurzarbeit geplant. Im Sommer ist die Produktion des Familienwagens Zafira ausgelaufen, und der Absatz der Limousine Insignia schwächelt. Die französische Opel-Mutter PSA hatte im Juni die Verlegung der Astra-Produktion von Polen nach Rüsselsheim angekündigt. Erst im Jahr 2021 kommt mit dem Kompaktwagen Astra ein zweites Modell ins Opel-Stammwerk und soll die Kapazitäten wieder auslasten. 

Wenn der Blumentransport vollelektrisch geschieht  

Von Aalsmeer in den Niederlanden bis in den Hafen Wien hat es eine Lkw-Ladung Blumen komplett elektrisch geschafft. Das Unternehmen Oldenburger Transport fährt pro Woche 25 Lkw-Komplettladungen mit Pflanzen von den Niederlanden nach Österreich - erstmals gelang das auch ausschließlich mit Strom. Dabei legte das Transportfahrzeug seine Wegstrecke nicht nur auf der Straße zurück, sondern auch intermodal auf Schiene. Dazu wurde ein mit elektrisch angetriebenen Kühlaggregat betriebener Kühlauflieger von Venlo aus mit einem E-Lkw von DAF/VDL zu einem Containerterminal in Herne (Ruhrpott) transportiert und auf die Bahn verladen. Von dort aus ging es mit dem Güterzug in den Hafen Wien. Anschließend wurde der Kühlauflieger im Containerterminal der WienCont mit dem Kran wieder auf eine elektrisch angetriebene Sattelzugmaschine umgeladen, um von dort aus Rosen Waibel in Münchendorf weiterzufahren und entladen zu werden. Zur Vermeidung einer Leerfahrt wird der Auflieger mit einer Komplettladung palettierter Ware zurück in die Niederlande fahren.