FVA-Umfrage

90 % der Unternehmen halten NoVA-Erhöhung für falsch

Der Fuhrparkverband Austria (FVA) hat eine Umfrage gestartet, um zu eruieren, wie österreichische Unternehmen auf die Erhöhung der Normverbrauchsabgabe (NoVA) reagieren und welche Auswirkungen dies auf die Fuhrparks haben wird.

Von

Henning Heise, Obmann Fuhrparkverband Austria

Mit Stand 16.12.2020, 12.00 Uhr, haben bereits 135 Unternehmer, Geschäftsführer und Fuhrparkmanager an der Befragung teilgenommen, die in Summe 24.731 Fahrzeuge, darunter 8.987 von der NoVA-Erhöhung mit 1. Juli 2021 erstmals und dann noch stark betroffenen leichte Nutzfahrzeuge, verwalten.

„Die Studie liefern konkrete Zahlen und zeigt, dass das kürzlich beschlossene NoVA-Gesetz nicht die gewünschte Wirkung für die Umwelt erzielt. Stattdessen wird es in dieser wirtschaftlich schwierigen Phase zu finanziellen Mehrbelastungen bei den Unternehmen führen, die diese Zusatzkosten an die Konsumenten weiterreichen werden“, betont FVA-Obmann Henning Heise.

Dem Zwischenstand der Umfrage zufolge halten neun von zehn Interviewten den Zeitpunkt für die NoVA-Erhöhung für falsch. 92 % erachten es für nicht sinnvoll, dass einerseits Förderungen in Milliardenhöhe ausbezahlt und andererseits die Belastungen für Unternehmen erhöht werden. 89 % beurteilen die beim Kauf fällige Normverbrauchsangabe per se für kein taugliches Steuerinstrument, um die CO2-Emissionen im Verkehrsbereich zu senken.

60 % der Befragten geben an, dass alle Kosten durch die erhöhte NoVA an die Kunden weitergegeben werden. 16 % wollen zumindest einen Teil der Kosten anrechnen, 13 % haben sich darüber noch keine Gedanken gemacht. 66 % der Interviewten sprechen sich zudem dafür aus, Fahrzeuge bzw. leichte Nutzfahrzeuge länger nutzen zu wollen. Bei den leichten Nutzfahrzeugen wird fast jedes dritte Unternehmen den Einsatzzeitraum um ein bis zwei Jahre und nahezu die Hälfte um drei bis vier Jahre verlängern.

Oftmals würden Elektrotransporter heutzutage die Anforderungen (noch) nicht erfüllen. 50 % geben an, dass sie derzeit weder Pkw noch leichte Nutzfahrzeuge durch rein batteriebetriebe Fahrzeuge ersetzen können. Verantwortlich dafür sind geringe Reichweiten (86 %), zu wenige Lademöglichkeiten (57 %), eine zu geringe Zuladung (55 %) und hohe Kosten (52 %).

„Es braucht eine rationale Diskussion über die Kosten von Mobilität. Und die Unternehmen sind bereit, ihren Anteil zu zahlen“, betont Henning Heise. Eine Möglichkeit ist ein Vorsteuerabzug für alle betrieblich genutzten Fahrzeuge, was 92 % der vom FVA befragten Unternehmen begrüßen.